Archiv für August 2011

der neuste Wahn und ein Spendenflohmarkt

Gestern habe ich hier den Aufruf zum nächsten Spendenflohmarkt gelesen.
Außerdem bin ich durchs Stöbern und von-Blog-zu-Blog-klicken oder so (ehrlich gesagt ich weiß gar nicht mehr genau wie) auf die guten alten Papierperlen gestoßen. Da ich hier beim Ausmisten des ganzen Krempels auch einige Zeitschriften etc. wergwerfen werde, hab ich gleich angefangen einige Seiten zu Perlen zu rollen.

Perlentütchen

Die google-Bildersuche spuckt dazu so einige schicke Ergebnisse aus. Unglaublich wieviel Mühe und Liebe zum Detail Mancheiner so in Papierperlen investiert. Eine von abertausenden Anleitungen gibt es zum Besipiel hier – auch mit chiquen Beispielfotos.
So und nun kommt auch gleich wieder der Bogen zum Flohmarkt…
Auf ihrem Blog hat die Frau Strickliesel darüber nachgedacht, auf dem Spendenflohmarkt selbstgefärbte Wolle zu verkaufen, da ja auch unter den Kunden immer mehr kreative Sachenmacher dabei sind. Diese beiden gestrigen Entdeckungen haben sich in meinem Kopf zu einer Idee verschmolzen:
Ich werde für den Spendenflohmarkt weiter wie verrückt Papierperlen drehen und zum Schmuck selber basteln in Sets an die Strickliesel verschicken. Wenn man die Perlen abschließend gut versiegelt (hahaa! Ich hab ja noch den für Fimo unbrauchbaren Acryl-Sprühlack rumstehn.), dann sollen sie wohl fast so haltbar bzw. stabil sein wie Holzperlen.

Filmtipp#4

Nader und Simin – Eine Trennung (2011)

Inhalt:

Simin möchte mit ihrem Mann Nader und Termeh, ihrer Tocher aus ihrem Heimatland, dem Iran, auswandern. Davon erhofft sie sich vor allem für ihre Tochter ein besseres und unbeschwerlicheres Leben. Eigentlich ist auch alles soweit schon vorbereitet, doch dann bringt es Nader nicht übers Herz seinen an Alzheimer erkrankten und pflegebedürftigen Vater im Iran zurück zu lassen. Daraufhin möchte sich die hartnäckige Simin von ihrem Mann scheiden lassen und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus.
Nader bleibt somit nichts anderes übrig, als jemanden zur Pflege seines Vaters einzustellen, da er plötzlich samt Haushalt, Kindererziehung und Job alleine dasteht. Die schwangere Razieh übernimmt diese Aufgabe und ist damit bald selbst überfordert. Als Nader dann eines Tages von der Arbeit nach Hause kommt und seinen Vater allein und ans Bett gefesselt in der Wohnung vorfindet, eskaliert die ganze Situation.

Trailer:

Meinung:
Ich persönlich habe einen höchst politischen Film über den Iran erwartet. Bekommen habe ich dann eher ein Familiendrama über eine erbitterte Fehde zwichen zwei iranischen Familien. Der Film ist also nicht gerade überpolitisiert und auch keine überzogene Verteufelung des Irans, sondern man entdeckt eher subtile Andeutungen. Interessant war für mich vor allem, die Art und Weise wie einem das Rechtssystem näher gebracht wird und wie das dort alles so funktioniert. So kann ich mich auch nicht von dem Vorurteil freisprechen, dass ich nicht mit derartig „zivilisierten“ Gerichtsverfahren gerechnet hätte – werden einem meist doch eher Bilder von brutalen Steinigungen gezeigt (nicht, dass es die nicht auch geben würde). Aber das ist vielleicht auch wieder das Paradoxe daran. Einerseits dürfen sich beide Familien vor einem (religiösem) Richter selbst verteidigen und Zeugen vorbringen. Andererseits kann sich Simin nur nach einer Einverständniserklärung ihres Mannes auch von ihm scheiden lassen. Außerdem ist und bleibt die letzte Instanz vor der man sich zu rechtfertigen hat, immernoch Allah.
Letztendlich dreht sich der Film also eher um die Widersprüche zwischen Recht und Unrecht, Moral und Religion.

Die schauspielerische Leistung ist ziemlich gut, keine der Rollen wirkt aufgesetzt oder unecht. Das trägt dazu bei, dass der ganze Film überzeugend authentisch eine ganz normale Geschichte von ganz normalen Menschen im Iran erzählt.

Schnick-schnack

Irgendwie haben sich diese Krambeutel fast wie von selbst gehäkelt. Nachdem der Erste fertig war, musste gleich der Nächste auf die Nadel und so nahm es seinen Lauf.

beutelchen01

Die Böden habe ich aus reiner Baumwolle (catania) gehäkelt, so gibt er etwas mehr Stabilität und dann ging es mit Sockenwolle weiter. Für die Harmonie und so, habe ich dann am Ende noch eine Reihe aus der Baumwolle hinzugefügt und damit wurden die Beutel in sich wieder etwas einheitlicher. Ich mag auch den Effekt, dass so im zugezogenen Zustand die Kante irgendwie chiquer wirkt.

Beutelchen02

Dann wurde noch fix der Freund mit eingespannt und aus der jeweiligen Wolle für jeden Beutel eine Kordel gedreht. Durch die ganzen Stäbchen kann man sie dann wunderbar in regelmäßigen Abständen durchfädeln.
Und was nun?
Ich denke da an Verpackungen, falls man malwieder Marmelade verschenken will zum Beispiel. Oder als Beutel für Schnick-schnack, der in Schubladen rumfliegt wie Haargummis, Haarspangen und Co … oder als Kinder-spielbeutelchen. Außerdem habe ich malwieder Dawanda-marktforschung betrieben und solche Säckchen als Aufbewahrung für Murmeln bewundert! Genausogut können auch andere Dinge darin verschenkt werden und gleichzeitig hat der/die Beschenkte eine Verpackung zum weiterverwenden.

Beutelchen03

Es soll ja auch Leute geben, die solche Beutelchen als Handtaschen verwenden. Mir wären sie allerdings eindeutig zu klein dazu.

Visitenkärtchen

Von Mein Morgenstern gibt es hier einen netten Tip, wie man sich chique Visitenkarten selbermachen kann.
Ich glaube beim Koffermarkt in Göttingen hab ich schonmal eine von ihren Kärtchen in der Hand gehalten und die Idee gleich für großartig gehalten.

Heute hab ich mich also auch selbst mal daran versucht.

visitenkarten

So ganz im recycling-abenteuer vertieft hab ich dabei nicht auf Fotokarton zurück gegriffen, sondern die rumliegende leere Kornflakespackung zerschnippelt und mit Stoff beklebt.

Der Sternenstoff war außerdem mein altes überaus heißgeliebtes Lieblingstop. Die innige Liebe sah man dem guten Stück leider auch an und daher moderte es bereits seit mehreren Jahren im Schrank herum und wartete darauf auf irgendeine Weise ein zweites Leben zu bekommen. Ich hab natürlich nicht gleich alles von dem kostbaren Stück benutzt, schließlich muss ich ja auch für mich selbst noch was nettes damit machen.

visitenkarten

Mit der Nähmaschine musste ich wie gewohnt zunächst erstmal wieder einen kleineren Kampf ausfechten. Doch sie hat letztendlich nachgegeben und ich konnte das ausgefuchste System nach dem man den Oberfaden durch Ösen, Haken und Schlitze fädeln muss, erneut knacken. Ich glaube bis wir zwei gute Freunde werden können, bedarf es noch so einiger (gewalttätiger) Auseinandersetzungen.
Irgendwie schaffe ich es nämlich immerwieder zuerst mal eine schöne Oberseite mit einem hässlichen, dicken Fadenwust auf der Rückseite zu produzieren. Wenn dann die Fadenspannung endlich stimmt, klappt es auch einigermaßen.

visitenkarten

Fix noch nach Belieben bestempeln zum Beispiel – oder eben wie in der Anleitung auf die andere Seite am PC selbst gestaltete Etiketten kleben (in dem Fall aber vor dem Nähen, natürlich!) – und sie sind auch schon fertig. Für mich wars eine weitere kreative Aufgabe mit der man dann später auch fein Werbung machen kann. Praktischer gehts fast gar nicht.

lyrische Abwechslung

Die Leiden

Der leidet an seinem Reichtum
und der an seiner Macht
Ich leide an meinem Mitansehn
wie der Tag an der Nacht

Der leidet an seiner Liebe
und der an seiner Not
Ich leide an meinem Drandenkenmüssen
wie das Leben am Tod

Der leidet an seiner Habsucht
und der an seiner Lust
Ich leide an meinem Nichthelfenkönnen
wie das Herz an der Brust


[E.Fried]

alter güterbahnhof

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wenn man so seinen Kram durchforstet entdeckt man schöne alte Dinge wieder neu, wie in meinem Fall heute das noch nicht ganz gefüllte Buch voller Erinnerungen – Bilder, Fotos, Gedichte wie dieses hier, Eintrittskarten – haachjaa